Wie kann das Aussetzen verhindert werden?
Bessere Information der Besitzer
Die Zahl der ausgesetzten Tiere steigt in Spanien weiterhin Jahr für Jahr an.
Mehr als 120.000 Hunde mussten dieses Unrecht im Jahr 2004 erleiden.
Mit dieser Zahl behält Spanien den einsamen Spitzenplatz, wohingegen in den anderen
europäischen Ländern bei weitem nicht so viele Hunde ausgesetzt werden und die
Bevölkerung sich vielmehr des Respekts bewusst ist, den die Tiere verdienen.
Die jährlichen Studien von Gemeinden und Tierschutzorganisationen, die die
Stiftung "Affinity" veranlasst, zeigen uns, dass der Hauptgrund für
das Aussetzen nicht etwa der unüberlegte Kauf eines Hundes ist, sondern
die aus Nachlässigkeit im Übermass produzierten Nachkommen.
Viele Besitzer sind sich gar nicht des Schadens bewusst, den sie der Gesellschaft
aufbürden, wenn Ihr Hund oder ihre Katze versehentlich geschwängert wird.
Diese Tiere bekommen später Junge, die die Familie nicht behalten kann und die
nur schwer vermittelt werden können. Letztendlich landen diese Welpen ausgesetzt
auf der Strasse oder in einer städtischen Tötungsstation, wo sie umgebracht werden
oder den Rest ihres Lebens unter schlechten Bedingungen verbringen.
100% der Strassenkatzen stammen von Katzen oder ganzen Würfen ab, die einmal
ausgesetzt wurden.
Wenn man die versehentlichen Deckakte verhindern könnte, würde sich dadurch
die Zahl der ausgesetzten Tiere um 99 Prozent verringern. Laut der Stiftung Affinity
ist die Information der Besitzer die einzige Garantie, das Aussetzen zu verhindern.
Dafür gibt sie die folgenden Ratschläge:
Allgemeine Ratschläge:
- Machen Sie sich bewusst, dass ein Tier ein Mitgeschöpf ist und kein Spielzeug.
Es ist ein Lebewesen, das wir respektieren und beschützen müssen.
- Jedes Tier hat seinen eigenen Charakter, der beeinflusst wird durch die Rasse,
das Alter und die Erziehung, die es durch seine Besitzer erhält.
- Entscheiden Sie wohlüberlegt, wenn Sie einen Hund oder eine Katze wollen.
- Wenn Sie sich für eine bestimmte Rasse entschieden haben, informieren Sie sich
genau über die speziellen Eigenschaften dieser Rasse: ein grosser Hund ist nicht das gleiche
wie ein kleiner Hund, soll es ein Rüde oder eine Hündin sein, usw.
- Überlegen Sie sich, ob Sie die körperlichen und emotionalen Anforderungen
des Tieres erfüllen können. Prüfen Sie, ob Sie den Platz und die Zeit haben, die
Sie ihm geben müssen (zum Spazierengehen, Saubermachen, Spielen usw.)
- Sozialisierte Katzen und Hunde, das heisst solche, die in den ersten 10 oder 12
Lebenswochen mit anderen Tieren und mit Menschen zusammengelebt haben, haben einen besseren Charakter.
Bevor Sie ein Haustier bei sich aufnehmen
- Fragen Sie einen Tierarzt um Rat. Der Tierarzt weiss genau Bescheid über die
Eigenschaften und speziellen Bedürfnisse von Hunden und Katzen.
- Besuchen Sie Tierheime und Auffangstationen.
- Berufen Sie den Familienrat ein, um sich bei der ganzen Familie rückzuversichern,
ob man wirklich ein Tier ins Haus holen möchte.
- Lesen Sie die Rechte der Hunde und Katzen und die
Zehn Gebote der verantwortungsvollen Haustierhaltung.
Wenn das Tier dann zuhause ist
- Besuchen Sie den Tierarzt. Halten Sie den Impfpass bereit.
- Informieren Sie sich über die Vorteile der Kastration. Der Tierarzt kann
Sie im Detail über die Vorteile der Kastration aufklären.
- Menschliches Sexualverhalten und menschlichen Fortpflanzungsdrang auf
das Tier zu projizieren, ist ein Fehler.
- Es ist nicht gesichert, dass Hündinnen mindestens einmal werfen sollten.
- Es ist falsch, dass Hunde und Katzen durch die Kastration ihre Vitalität,
ihre Intelligenz oder ihren Spieltrieb verlieren.
- Hingegen ist es sicher, dass die Kastration aggressives Verhalten reduziert und
den Hauptgrund für das Aussetzen ganz eliminiert: Aus Nachlässigkeit entstandene
Würfe von Hunden oder Katzen.
- Alle Familienmitglieder müssen sich an der Erziehung der Tiere beteiligen.
- Informieren sie sich über das Halten von Tieren.
- Alle Familienmitglieder müssen die Grundregeln des Gehorsamstrainings lernen.
- Respektieren Sie die Rechte der Hunde und Katzen.